Ratgeber

French Press: Menge, Mahlgrad und Ziehzeit

Für die French Press nimmst du 60 Gramm Kaffee auf einen Liter Wasser, also 30 Gramm für die übliche Kanne mit einem halben Liter. Der Mahlgrad ist grob wie grobes Meersalz, das Wasser hat 93 bis 96 Grad, das ist etwa eine halbe Minute nach dem Kochen. Nach vier Minuten Ziehzeit rührst du die Kruste um, schöpfst den Schaum ab, drückst den Stempel nur bis zur Oberfläche und schenkst sofort aus.

Bitter wird der Kaffee, wenn er zu fein gemahlen ist oder zu lange in der Kanne steht. Sauer und dünn, wenn er zu grob oder zu kurz gezogen hat. Satz in der Tasse heißt fast immer: zu fein gemahlen, meist vorgemahlener Kaffee. Mit einer Waage und einer Uhr ist die French Press die verlässlichste Methode zu Hause.

Kaffeewaage mit Kanne auf dem Tresen der BUNCA. Academy in Frankfurt
Verhältnis60 g / l1 zu 16, kräftiger bis 1 zu 14
Mahlgradgrobwie grobes Meersalz
Wasser93 bis 96 °C30 Sekunden nach dem Kochen
Ziehzeit4 Min.dann abschöpfen und ausschenken

Wie viel Kaffee kommt in die French Press?

Die Menge richtet sich nach dem Wasser, nicht nach der Kanne. Als Ausgangspunkt gelten 60 Gramm Kaffee auf einen Liter Wasser, also ein Verhältnis von eins zu sechzehn. Wer es kräftiger mag, geht auf eins zu vierzehn, wer es leichter mag, auf eins zu siebzehn. Wichtiger als der genaue Wert ist, dass du ihn konstant hältst, sonst weißt du nie, woran eine Änderung im Geschmack lag.

KanneWasserKaffee (1 zu 16)kräftiger (1 zu 14)ergibt etwa
kleine Kanne350 ml22 g25 g2 Tassen
Standardkanne500 ml30 g35 g3 Tassen
große Kanne1 Liter60 g70 g6 Tassen

Ohne Waage geht es näherungsweise mit dem Esslöffel: Ein gestrichener Esslöffel ganze Bohnen wiegt etwa sechs bis sieben Gramm, gemahlen etwa fünf. Für den halben Liter sind das fünf bis sechs Löffel Bohnen. Das schwankt aber je nach Löffel und Röstung deutlich, deshalb ist eine Waage die einzige Investition, die die French Press wirklich besser macht. Eine Kaffeewaage mit Timer misst Menge und Zeit in einem Gerät.

Welcher Mahlgrad ist für die French Press richtig?

Grob, etwa wie grobes Meersalz. Die French Press hält den Kaffee nur mit einem Metallsieb zurück, und das lässt feines Mehl durch. Zu fein gemahlen heißt Satz in der Tasse und ein sandiges Mundgefühl. Dazu kommt die lange Kontaktzeit: Vier Minuten im Wasser lösen aus feinem Mehl zu viel, der Kaffee wird bitter.

An einer Handmühle ist das meist eine der gröbsten Stufen. Wenn du keine Mühle hast, mahlen wir passend: Auf jeder Produktseite wählst du „French Press" als Mahlgrad. Was die Zahlen auf einer Mühlenskala bedeuten und wie du von der French Press zum Handfilter umstellst, steht im Ratgeber Der richtige Mahlgrad.

French Press Schritt für Schritt

So bereiten wir Kaffee in der French Press zu, im Café und in der Academy. Die Zeiten gelten für die Standardkanne mit einem halben Liter.

  1. Kanne vorwärmen. Heißes Wasser hinein, kurz schwenken, weggießen. Eine kalte Glaskanne zieht die Temperatur in der ersten Minute deutlich nach unten.
  2. Kaffee abwiegen und grob mahlen. 30 Gramm für den halben Liter, frisch gemahlen, direkt vor dem Aufgießen.
  3. Wasser aufkochen und kurz warten. Etwa 30 Sekunden nach dem Kochen liegt das Wasser bei 93 bis 96 Grad. Kochendes Wasser verbrennt die Aromen, zu kühles Wasser holt zu wenig heraus.
  4. Aufgießen und Timer starten. Das ganze Wasser in einem Zug über den Kaffee, Deckel locker auflegen, Stempel oben lassen. Nicht umrühren.
  5. Vier Minuten warten, dann die Kruste umrühren. Oben schwimmt eine Schicht aus Kaffeemehl und Schaum. Einmal sanft mit dem Löffel durchrühren, das meiste sinkt ab. Schaum und Reste an der Oberfläche mit zwei Löffeln abschöpfen. Das ist der Schritt, den die meisten auslassen, und der die Tasse am deutlichsten klarer macht.
  6. Stempel nur bis zur Oberfläche drücken. Der Stempel soll das Sieb knapp auf die Flüssigkeit setzen, nicht den Satz am Boden zusammenpressen. Wer bis unten drückt, wirbelt das Feine wieder auf.
  7. Sofort ausschenken. Alles in Tassen oder eine zweite Kanne. Kaffee, der auf dem Satz steht, zieht weiter und wird von Minute zu Minute bitterer.

Wer eine besonders klare Tasse will, wartet nach dem Abschöpfen weitere fünf Minuten, bis sich das Feine ganz abgesetzt hat, und schenkt dann aus. Der Kaffee ist dann etwas kühler, aber deutlich sauberer im Mund. Diese Variante geht auf James Hoffmann zurück, die Quelle steht unten.

Wie lange muss Kaffee in der French Press ziehen?

Vier Minuten sind der Standard bei grobem Mahlgrad und 93 bis 96 Grad heißem Wasser. In dieser Zeit löst das Wasser Süße, Körper und Aroma, aber noch nicht die harten Bitterstoffe. Nach dem Umrühren und Abschöpfen zählt die Ziehzeit nur noch, solange der Kaffee auf dem Satz steht, deshalb sofort ausschenken.

Länger ziehen macht den Kaffee nicht stärker, sondern bitterer. Stärke steuerst du über die Menge, nicht über die Zeit. Kürzer als drei Minuten wird der Kaffee dünn und sauer, weil die Säuren zuerst in Lösung gehen und die Süße hinterherkommt. Bei sehr grobem Mahlgrad oder kühlerem Wasser darfst du auf fünf Minuten gehen, bei der klareren Variante nach Hoffmann sind es fünf Minuten Ziehen plus fünf Minuten Absetzen.

Welcher Kaffee passt in die French Press?

Die French Press ist die Methode mit dem meisten Körper, weil kein Papierfilter die Öle zurückhält. Sie verzeiht deshalb viel und mag zwei Arten von Kaffee: Filterröstungen, die hier rund und schokoladig statt hell und säurebetont wirken, und kräftigere Röstungen, die schwarz oder mit einem Schluck Milch getrunken werden. Was Filter- von Espressoröstung unterscheidet, erklärt der Ratgeber Espresso oder Filterkaffee.

Bei uns ist BREAKFAST CLUB der Filterkaffee für genau diese Kanne: Brasilien, Schokolade und Nuss, wenig Säure, auch mit Milch. Wer es fruchtiger und cremiger mag, nimmt VELVET BERRY, unseren Omni-Roast, der im Siebträger ebenso funktioniert wie in der French Press. Und BROWN SUGAR, eigentlich eine Espressoröstung, hat seit dem alten Shop eine treue Gemeinde, die ihn ausschließlich in der French Press trinkt: voller Körper, Schokolade und Orange, sehr milde Säure.

Was nicht funktioniert: sehr helle, säurebetonte Röstungen, die in der French Press schnell dünn und spitz wirken, und vorgemahlener Kaffee aus dem Supermarkt, der fast immer zu fein für das Metallsieb ist.

Warum schmeckt French-Press-Kaffee bitter, sauer oder sandig?

Bei der French Press lassen sich fast alle Fehler auf drei Größen zurückführen: Mahlgrad, Zeit und Temperatur. Die Menge macht den Kaffee stärker oder schwächer, aber selten bitter oder sauer.

Wenn der Kaffee auch in anderen Zubereitungen bitter oder sauer schmeckt, liegt es selten an der French Press. Dann hilft die allgemeine Fehlersuche im Ratgeber Der richtige Mahlgrad.

Wie reinigst du die French Press?

Nach jedem Brühen den Satz entsorgen, am besten über den Biomüll oder als Dünger, nicht in den Abfluss. Kanne und Stempel mit heißem Wasser ausspülen. Einmal in der Woche den Stempel auseinanderschrauben: Sieb, Federring und Platte trennen und mit etwas Spülmittel reinigen. Kaffeeöl setzt sich im Sieb fest und macht jeden neuen Kaffee ranzig, das ist die häufigste Ursache für einen muffigen Beigeschmack, der nicht an den Bohnen liegt.

So findest du deine Sorte

Zwei Fragen genügen. Trinkst du die French Press schwarz oder mit Milch? Schwarz passt die Filterröstung, mit Milch darf es die kräftigere Röstung sein. Und magst du Schokolade und Nuss oder lieber Frucht? Danach richtet sich die Sorte. Wer keine Mühle hat, bestellt passend gemahlen und startet mit der Filterröstung.

Häufige Fragen

Wie viel Kaffee für einen Liter French Press?

60 Gramm grob gemahlener Kaffee auf einen Liter Wasser. Für einen kräftigeren Kaffee 70 Gramm, für einen leichteren 55 Gramm. Für den halben Liter entsprechend 30 Gramm.

Wie viel Kaffee pro Tasse in der French Press?

Für eine Tasse mit 200 Millilitern etwa zwölf Gramm, das sind ungefähr zwei gestrichene Esslöffel ganze Bohnen. Genauer wird es mit einer Waage, weil Löffelmengen je nach Röstung um ein Drittel schwanken.

Wie lange muss der Kaffee in der French Press ziehen?

Vier Minuten bei grobem Mahlgrad und 93 bis 96 Grad heißem Wasser. Danach Kruste umrühren, Schaum abschöpfen, Stempel bis zur Oberfläche drücken und sofort ausschenken. Länger ziehen macht ihn bitter, nicht stärker.

Kann ich Espressobohnen in der French Press verwenden?

Ja. Espressoröstungen ergeben in der French Press einen vollen, schokoladigen Kaffee mit wenig Säure, der auch Milch verträgt. Grob mahlen und bei vier Minuten bleiben, dunkle Röstungen werden bei längerer Zeit schnell bitter.

Kann ich vorgemahlenen Kaffee nehmen?

Nur, wenn er für die French Press gemahlen ist. Vorgemahlener Kaffee aus dem Supermarkt ist fast immer zu fein, geht durch das Sieb und macht den Kaffee bitter und sandig. Bei uns wählst du auf der Produktseite „French Press" als Mahlgrad, dann passt es.

Warum ist Kaffeesatz in der Tasse?

Weil das Mehl zu fein ist oder der Stempel bis zum Boden gedrückt wurde. Gröber mahlen, nach vier Minuten die Kruste abschöpfen und den Stempel nur bis auf die Oberfläche setzen. Ein feiner Rest ist bei der French Press normal, ein sandiger Bodensatz nicht.

Wie heiß muss das Wasser für die French Press sein?

93 bis 96 Grad. Ohne Thermometer: Wasser aufkochen und etwa 30 Sekunden warten. Kochendes Wasser macht den Kaffee bitter und flach, Wasser unter 90 Grad lässt ihn sauer und dünn.

Kann ich in der French Press Cold Brew machen?

Ja, die French Press ist dafür gut geeignet. Grob gemahlener Kaffee mit kaltem Wasser im Verhältnis eins zu acht ansetzen, zwölf bis sechzehn Stunden im Kühlschrank ziehen lassen, dann abdrücken und mit Wasser oder Eis verdünnen. Ein eigener Ratgeber dazu folgt.

Quellen

BUNCA. Coffee Eigene Rösterei und Cafés in Frankfurt. Die Mengen und Zeiten sind die, mit denen wir im Café und in der Academy arbeiten, die Sortenangaben stammen von unseren Produktseiten. Stand: 22.09.2026 · Zurück zur Ratgeber-Übersicht