Welcher Kaffee für den Siebträger passt
Für den Siebträger brauchst du eine Espressoröstung, also eine dunklere, länger geröstete Bohne mit wenig Säure. Wie viel Robusta darin steckt, entscheidet über Körper und Crema: Je höher der Anteil, desto dichter die Crema und desto kräftiger steht der Kaffee in der Milch. Reine Arabica-Mischungen schmecken feiner und süßer, dafür zarter.
Kaufe ganze Bohnen und mahle direkt vor dem Bezug, denn gemahlener Kaffee verliert sein Aroma innerhalb von Minuten. Für Milchgetränke darf es kräftiger sein als für den Espresso pur. Und rechne damit, dass du den Mahlgrad nach jedem Sortenwechsel neu einstellen musst.
Was eine Siebträger-Bohne ausmacht
Der Siebträger presst heißes Wasser mit rund neun Bar durch ein festes Kaffeebett. Das dauert nur knapp eine halbe Minute und löst in dieser kurzen Zeit sehr viel aus der Bohne. Deshalb verzeiht diese Methode weniger als jede andere: Was in der Bohne an Säure steckt, landet konzentriert in der Tasse.
Drei Dinge entscheiden darüber, ob eine Bohne dafür taugt. Erstens die Röstung, die dunkel genug sein muss, um die Säure abzubauen. Zweitens die Botanik, also das Verhältnis von Arabica zu Robusta, das Körper und Crema bestimmt. Drittens die Frische, denn nur Bohnen mit ausreichend Kohlendioxid bilden eine stabile Crema. Alles andere, von der Höhenlage bis zur Aufbereitung, ist Feinschliff.
Espressoröstung statt Filterröstung
Auf der einen Packung steht Espresso, auf der anderen Filter. Gemeint ist damit die Röstung, nicht eine andere Pflanze. Eine Espressoröstung läuft länger und endet dunkler. Dabei baut sich Säure ab, Körper und Süße treten hervor, das Aroma geht Richtung Schokolade, Nuss und Karamell. Genau das braucht der Siebträger.
Eine helle Filterröstung im Siebträger wird dagegen schnell sauer und dünn. Möglich ist es, und in der Spezialitätenszene wird es bewusst gemacht, aber es verlangt eine sehr feine Einstellung von Mahlgrad und Temperatur. Wer ohne Experimente zu einem runden Espresso kommen will, greift zur Espressoröstung. Der Hintergrund dazu steht im Ratgeber Espresso oder Filterkaffee.
Arabica, Robusta und warum die Crema davon abhängt
Robusta bringt mehr Körper, eine dichtere und langlebigere Crema, weniger Säure und ungefähr doppelt so viel Koffein wie Arabica. Arabica bringt feinere Aromen, mehr Süße und mehr Vielschichtigkeit, dafür weniger Standfestigkeit. Klassische italienische Espressomischungen enthalten deshalb fast immer Robusta.
Die praktische Regel lautet: Je mehr Milch im Becher, desto mehr Robusta verträgt die Mischung. Ein reiner Arabica-Espresso brilliert schwarz und verschwindet im großen Latte. Eine Mischung mit hohem Robusta-Anteil behauptet sich in der Milch, schmeckt schwarz aber gröber. Wer beides trinkt, fährt mit einer mittleren Mischung am besten, etwa SHADOW BLEND mit 50 Prozent Arabica zu 50 Prozent Robusta.
Wie frisch die Bohnen sein sollten
Frisch geröstete Bohnen geben Kohlendioxid ab. Direkt nach der Röstung ist davon so viel im Kaffee, dass der Bezug unruhig läuft und die Crema schaumig aufreißt. Nach einigen Tagen Ruhe beruhigt sich das. Als Orientierung gilt: In der ersten Woche nach der Röstung ist Espresso oft noch schwierig, danach folgen einige gute Wochen, und mit zunehmendem Alter wird die Crema dünner und das Aroma flacher.
Für die Praxis heißt das vor allem eines: Kaufe lieber häufiger kleine Mengen als selten eine große Packung. Lagere die Bohnen kühl, trocken, dunkel und verschlossen, aber nicht im Kühlschrank, weil dort Feuchtigkeit und fremde Gerüche an den Kaffee kommen. Und mahle erst unmittelbar vor dem Bezug.
Ganze Bohnen für den Vollautomaten
Für den Vollautomaten gelten dieselben Regeln wie für den Siebträger, mit einem wichtigen Zusatz: Es müssen ganze Bohnen sein. Vorgemahlener Kaffee gehört nicht in den Bohnenbehälter, er verklebt das Mahlwerk. Viele Geräte haben dafür einen separaten Pulverschacht, der aber nur für einzelne Tassen gedacht ist.
Beim Vollautomaten lohnt sich außerdem der Blick auf den Ölgehalt. Sehr dunkle, stark ölige Bohnen können bei manchen Geräten das Mahlwerk und den Bohnenschacht verkleben. Eine mittlere bis dunkle Espressoröstung ohne sichtbaren Ölfilm ist deshalb die sichere Wahl. Den Mahlgrad stellst du am laufenden Mahlwerk ein, warum das so ist, steht im Ratgeber Der richtige Mahlgrad.
Welche Sorte zu welchem Getränk passt
Die folgende Übersicht zeigt unsere Espressoröstungen mit dem Verhältnis, das auf der jeweiligen Produktseite ausgewiesen ist, und der Richtung, in die sie schmecken.
| Sorte | Mischung | Charakter | Passt zu |
|---|---|---|---|
| SHADOW BLEND | 50 % Arabica, 50 % Robusta | Schokolade und Mandel, wenig Säure | Espresso pur und Cappuccino |
| BROWN SUGAR | 100 % Arabica | Schokolade mit einem Hauch Orange | Flat White und Cappuccino |
| VELVET BERRY | 100 % Arabica | Karamell und Kirsche, cremig | sanfter Espresso |
| THE DARK | 100 % Robusta | Mandel und Kakao, viel Crema | kräftiger Espresso, große Milchgetränke |
| ROAR | 80 % Robusta, 20 % Arabica | kräftig und ausgewogen | Espresso mit Nachdruck |
| DAILY DECAF | entkoffeiniert, aus Peru | Mandel und Zitrus | Espresso am Abend |
Alle Sorten findest du in der Kollektion Espressobohnen. Wer es besonders fein mag, fängt bei VELVET BERRY an, wer Wucht sucht, bei THE DARK. Warum DAILY DECAF trotz Entkoffeinierung im Siebträger funktioniert, steht im Ratgeber Entkoffeinierter Kaffee.
Was du neben den Bohnen brauchst
Am Siebträger hat die Mühle mehr Einfluss auf das Ergebnis als der Preis der Maschine. Sie muss fein und vor allem gleichmäßig mahlen, also ein Scheiben- oder Kegelmahlwerk haben. Schlagwerke zerhacken die Bohne in unterschiedlich große Stücke, das Ergebnis schmeckt bitter und sauer zugleich.
Dazu kommen zwei Dinge, die wenig kosten und viel bringen: ein Tamper, der in dein Sieb passt, damit das Kaffeebett gleichmäßig verdichtet wird, und eine Waage. Ohne Waage rätst du bei der Menge, und die Menge ist neben dem Mahlgrad die zweite Größe, die du konstant halten musst, um überhaupt etwas zu lernen.
Wenn du das lieber an der Maschine übst als nachzulesen: In unserer Academy in Frankfurt stellen wir Mahlgrad, Menge und Milchschaum gemeinsam ein.
So findest du deine Sorte
Zwei Fragen führen fast immer zum Ziel. Erstens: Trinkst du schwarz oder mit Milch? Mit Milch darf mehr Robusta hinein. Zweitens: Magst du Säure und Frucht, oder lieber Schokolade und Nuss? Danach richtet sich der Arabica-Anteil. Wer unsicher ist, startet mit einer ausgewogenen Mischung und arbeitet sich in eine Richtung vor.
SHADOW BLEND
Ausgewogen, 50 Prozent Arabica, der Alleskönner
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BROWN SUGAR
100 Prozent Arabica, fein für Milchgetränke
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THE DARK
100 Prozent Robusta, viel Körper und Crema
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